Sander Braumanufaktur – Pils No.1 – Brewcomer

Am heutigen Freitag habe ich mal wieder ein Vorschlag von Lars für euch – das Pils No.1 von der Sander Braumanufaktur. Auch wenn der Bierstil des Pils in der letzten Zeit auch viel negative Kritik erhalten hat – es ist nun mal der Bierstil, der meistens von Großbrauereien verwendet wird und oftmals auch als „Fernsehbier“ abgeschmettert wird, tut man ihm meiner Meinung nach unrecht. Ich weiß, dass das Pils unglaublich schwer zu brauen ist. Dies ist auch der Grund, warum ich mich noch nicht darin versucht habe. Das große Risiko ist immer, dass der Brauer am Ende diesen modrigen „Pils-muff“ ins Bier zaubert. Wieso, weshalb, warum manche Pils Biere so muffig riechen, keine Ahnung – ist aber definitiv nicht meins.

Aus dem Grunde bin ich bei Pils immer ein bisschen skeptisch, aber auch freudig gespannt eine schöne Überraschung zu erleben. Es kann sowohl in eine sehr leckere und gute Richtung schlagen, wie z.B. das Pils von Czernys Küstenbrauerei oder aber auch wie das gute alte Flens – vielleicht bin ich hier auch weniger objektiv, aber man möge mir das bitte Nachsehen. So und nun gucken wir endlich, was das Pils No.1 so kann.

Die Farbe, gold-gelb, passt schon mal und das Bier ist ebenfalls schön klar. Das sind so die beiden wesentlichen optischen Charakteristika eines Pils.

Wenn ich nun am Pils No.1 rieche, dann finde ich glücklicherweise keinen Pils-muff. Es riecht doch recht vollmundig, sehr frisch und gleichzeitig aber auch so, wie ein leckeres Pils, das zum Trinken einlädt.

Geschmacklich finde ich es ebenfalls gut. Es hat eine schöne Bitterkeit und einen schön ausbalancierten Malzköper mit einer mittleren Karbonisierung.

Die Sander Braumanufaktur hat mit Ihrem Pils No.1 also ein schönes rundes Pils gebraut. Die Braumanufaktur liegt in Worms, was ja schon relativ südlich ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass das für die dortigen Breitengrade schon recht bitter ist – für so ein richtiges norddeutsches Pils fehlt dann leider doch noch ein bisschen mehr Hopfen, aber das tut dem Bier nun keinen Abbruch und es müssen ja auch nicht alle Pils Biere super norddeutsch sein. Wenn du jetzt auch Lust hast, das Pils No.1 von der Sander Braumanufaktur zu probieren, dann schau doch mal bei Brewcomer auf der Internetseite vorbei oder wenn du aus Kiel kommst, schwing dich auf den guten alten Drahtesel und radel da mal hin – lohnt sich.

In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende und genießt das schöne Wetter!

Czernys – Küstenbrauerei – Pils

Was würde besser zum Freitag passen als ein hoffentlich gutes Pils? Das Pils ist ja der Bierstil mit dem größten Marktanteil in Deutschland und dementsprechend groß ist die Konkurrenz. Ich kann mir gut vorstellen, dass jeder von uns so sein favorisiertes Pils hat bzw. so eine ideale Vorstellung, wie ein gutes Pils sein sollte. Ich habe meine Vorstellung von einem guten Pils schon mal beim Flens beschrieben. Gleichzeitig gilt ein gutes Pils bei manchen auch als die Königsdisziplin, weil es eben doch recht schwierig ist. Ich habe mir vorgenommen im Herbst bzw. Winter mal eins zu brauen.

Aber nun zurück zum Pils von Czernys Küstenbrauerei. Das Bier hat laut Etikett 36 IBU, was ich theoretisch schon mal ganz gut finde, weil das Pils soll ja auch ein bisschen Charakter haben. Selbstverständlich sagt das Pils beim Öffnen mit einem fulminanten Plopp guten Tag. Beim Einschenken fällt auch gleich die schöne gold-gelbe Farbe auf.

So nun die erste Hürde, gibt es den Pils-muff? Vielleicht kurz zur Erklärung, was für mich Pils-muff ist. Viele Pils Biere haben so einen bestimmten Geruch, der meiner Meinung nach von der verwendeten Hefe kommt – das ist so ein ganz markanter Geruch. So Nase ins Bierglas stecken und es gibt ihn nicht – kein Pilsmuff – Begeisterung macht sich breit. Das Pils riecht angenehm frisch und fruchtig. Man könnte fast sagen, dass es nach Küste riecht bzw. nach einem Tag am Meer. Das ist vielleicht ein Geruch, den man eher als Fischkopp kennt.

Nachdem das Bier geruchstechnisch schon echt überzeugt hat – probieren! Die Erwartungshaltung ist schon gigantisch. Der erste Schluck – leider geil. Ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt beschreiben soll, aber ich versuche es mal so: Das Pils war so lecker, dass das Verkosten in Gänze vergessen wurde und wir uns auf die folgenden Ausdrücke für unser Geschmackserlebnis geeinigt haben: Richtig gutes Pils, so geht Pils, will mehr und zwar sofort – das ist jetzt ein großes Wort, aber das könnte DAS Pils sein, spricht das beste Pils, jedenfalls für uns.

Am Ender der Verkostungswoche können wir sagen, dass die Biere von Czernys Küstenbrauerei sehr lecker waren. Das 3-Maischverfahren, die besonderen Rohstoffe und die wissenschaftliche Akribie beim Brauen machen sich geschmacklich definitiv bezahlt. Nochmal vielen Dank an Jasmin und Jan, dass ihr uns die Biere schon jetzt zur Verfügung gestellt habt und wir drücken euch für die Crowdfunding Kampagne die Daumen. Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, kommen wir gerne nochmal wieder.

Flensburger Pilsener – Die Heimat in der Flasche

Das Flensburger Pilsener soll ebenfalls eines der ersten Biere sein, die ich auf diesem Blog näher beschreibe. Wenn du dich nun fragen solltest „Wieso ausgerechnet ein Bier nach Pilsener Brauart aus Flensburg?“, dann kann ich dir eine ganz einfache Erklärung geben:

Ich habe Norddeutschland vor geraumer Zeit verlassen, dennoch bin ich in der äußerst glücklichen Position, dass ich auch hier in der Ferne das Flensburger Bier kaufen kann. Wenn ich in der Düne am Strand sitze und das Bier mit dem typischen „Plopp“ öffne, dann habe ich sofort das Gefühl von Heimat und ganz viele tolle Erinnerungen fallen mir schlagartig ein.

Die Farbe des Flens ist gold-gelb und kristallklar, so wie eben ein gutes Pils auszusehen hat. Der Schaum bleibt im Glas leider nicht so lange erhalten aber ich trinke das Flens ja auch eher am Strand und da habe ich meistens sowieso kein Glas dabei.

Im Vergleich zu manch anderem Pils ist das Flens vom Geruch her doch eher intensiv. Es riecht zwar nicht gerade wie ein India Pale Ale aber dennoch lässt sich eine Hopfennote ausmachen.

Der Geschmack des Flens geht ebenfalls in die Richtung, die ein Biertrinker von einem leckeren Pils erwarten kann: Gute Bitterkeit; auch wenn da meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr Hopfen mit ins Bier kann. Mir schmeckt das Bier sehr gut und die milde Bitterkeit passt sehr gut zu meinem lauschigen Plätzchen am Strand.

Am Ende fallen mir zum Flens ein paar Stichworte ein:

Flens, das ist das Meer;

Flens, das ist der Strand;

Flens, das ist das Gefühl der Heimat;

Flens, das ist einfach ein ganz besonderes Bier.