Einstök – White Ale

Die ganze Woche kann man hier in Den Haag den goldenen Herbst genießen und pünktlich zum Wochenende kommt das schlechte Wetter – so wie sich das eben gehört.

So genug über das schiet Wedder gemeckert, kommen wir zum eigentlichen Thema warum wir alle hier sind: BIER! Heute gibt es ein Bier von einer Insel, wo sich die Bewohner bestimmt auch mal gerne über das Wetter beschweren – Island.

Die Brauerei Einstök hat sich die Aufgabe gesetzt, das beste White Ale der Welt zu brauen, ob es geklappt hat, findest du am Ende des Artikels. Das Besondere an diesem Bier ist zum Einen, dass es aus Island kommt, die Insel hat vielleicht nicht jeder auf dem Zettel wenn es um Bier geht und zum Anderen, dass das Bier mit Orangenschalen und Koriander gebraut wurde. Kleine Randnotiz zum Thema Island und Bier, die Brauerei Borg Brugghús hat vor einigen Jahren mit ihrem Bier Bríó bei den World Beer Award den Preis für das Beste German-style Pilsener gewonnen. 

Zurück aber zu Einstök, ich komm heute aber auch wieder in einer Tour vom Thema ab, das White Ale hat eine schöne leuchtende gold-gelbe Farbe – ganz typisch für ein Weißbier. Beim Riechen fallen mir dann aber ordentliche Unterschiede zum typischen Weißbier auf: Es riecht deutlich fruchtiger und frischer. Das Bier riecht herrlich nach Zitrusfrucht, was bestimmt von der Orangenschale kommt. Es ruft bei mir die Erinnerung an eine Eisdiele in meinem Heimatort wach, ganz besonders nach deren Zitroneneis.

Geschmacklich ist das White Ale eher leicht, aber auch unglaublich interessant. Es schmeckt nicht wie man es von einem Weißbier kennt. Geschmacklich findet sich ebenfalls eine Zitrusnote, die dem Bier fast eine leichte Säure verleiht. Bitterkeit hat das Bier meines Erachtens keine, aber auch von dem Koriander habe ich nicht viel geschmeckt – ist auch kein Drama und tut dem Endergebnis keinen Abbruch.

Als Fazit muss ich sagen, dass das Vorhaben, das Beste White Ale der Welt zu brauen, durchaus geklappt hat. Der kritische Leser könnte nun sagen, du hast ja noch gar nicht alle anderen White Ales der Welt getrunken. Deswegen mache ich die Einschränkung, dass es durchaus das Beste White Ale ist, dass ich bis jetzt getrunken habe. Das Bier ist geschmacklich sehr rund und äußerst interessant. Das White Ale von Einstök ist bestimmt ein idealer Begleiter im Sommer bei Fischgerichten.

 

In diesem Sinne – Prost und ein schönes Wochenende!

Brouwerij ´t Ij – Paasij

Heute ist Karfreitag und was würde jetzt besser passen als ein Bier, das einen Bezug zu Ostern hat? Die Brouwerij ´t Ij hat hierfür genau das richtige im Programm: das Paasij – im Deutschen bedeutet das: „Osterei“.

Wer sich im Niederländischen ein wenig auskennt, der erkennt hier auch das kleine Wortspiel. Na kommst du drauf?
Eigentlich würde man das Wort folgendermaßen schreiben: Paasei. Die Brauerei liegt aber am Fluss Ij und darauf bezieht sich der Name des Bieres. So nun ist aber auch wieder genug kluggeschnackt.

 Das Etikett hat ein schönes Design und macht mit seinem Ostereibild einen schönen osterhaften Eindruck. Es befinden sich ebenfalls Anspielungen auf die Stadt Amsterdam auf dem Etikett.

Die Farbe des Bieres ist herrlich bernsteinfarbend und beim Einschenken bildet sich auch gleich eine wunderschöne Schaumkrone. Manchmal könnte man fast denken, dass selbst das Einschenken schon zum eigentlichen Biertrinken dazugehört…

Der Geruch des Bieres kommt in meiner Nase nicht ganz so stark zur Geltung, aber auch ich rieche leicht süßliche Facetten, sowie Noten von Kräutern. Eine Zutat des Bieres ist Koriander und den kann man an dieser Stelle sehr gut wahrnehmen.

Geschmacklich kommt der Koriander auch in einer angenehmen Art und Weise durch – mir schmecken Biere mit einer leichten Koriandernote meisten sehr gut. Das Bier hat eine schöne Balance zwischen der Bitterkeit, dem Koriander und der Malzigkeit. Beim Trinken hat man aber dennoch das Gefühl, dass das Bier sehr vollmundig ist.

Schlussendlich bleibt mir nur noch eins zu sagen, das Paasij der Brouwerij ´t Ij ist ein schönes Bier für Ostern und mein bevorzugtes Bier dieses Wochenendes.

La Chouffe – Der kleine Zwerg aus der Flasche

Ich denke, dass ich vorerst genügend über Bier aus meiner alten Heimat Norddeutschland beschrieben habe und mich mal eher meiner neuen Heimat widmen sollte.

Als ich gestern Abend von der Arbeit nach Hause gefahren bin, wusste ich noch nicht so recht über welches Bier ich denn diese Woche mal schreiben sollte, schließlich gibt es so viele Biere, die sehr typisch für diese Region Europas sind. Am Ende habe ich mich dann für das La Chouffe entschieden. Gebraut wird dieses Bier in der belgischen Brauerei in Achouffe. Ich habe die Brauerei im Jahre 2015 schon einmal besucht, aber dazu werde ich später mal etwas schreiben.

So zurück zum Bier! Die Flaschenform erinnert mich immer sehr an die Brauerei Holsten. Auf dem Etikett ist ein Zwerg mit einer roten Mütze und auch der Hintergrund wirkt eher verspielt vielleicht auch etwas verschlafen. Ich denke, dass sich das Etikett an der Umgebung der Brauerei orientiert und die Umgebung des Ortes wiederspiegeln soll – neben der Brauerei gibt es einen Wanderweg, der einen direkt ins Feen Tal führt.

Dieses Zischen beim Öffnen des Kronkorken, traumhaft. Beim Einschenken kommt einem gleich der angenehme und typische Geruch von belgischer Hefe entgegen. Die Farbe des Bieres geht von Orange ins Amber. Außerdem ist das La Chouffe ein trübes Bier, was mir sehr gut gefällt. Der Geruch des Bieres geht eher in Richtung süßlich, den Koriander kann man im Geruch ebenfalls erahnen sowie die belgische Hefe. Mit ganz viel Phantasie riecht es fast wie im Wald neben der Brauerei.

Geschmacklich ist das Bier sehr vollmundig aber gleichzeitig auch sehr erfrischend. Der Koriander verleiht dem
Bier einen ganz besonderen Geschmack, der durch die Hefe noch verstärkt wird. Das Bier hat ebenfalls eine leicht angenehme Süße, was meiner Meinung nach das Hauptaugenmerk des Bieres ist.

Das La Chouffe ist ein schönes rundes Bier, was einen guten Einstieg in die belgische Vielfallt der Biere darstellt. Es zeigt gut, welche Geschmäcker möglich sind, wenn die Pfade des Reinheitsgebotes verlassen werden und das es durchaus seinen Reiz hat Gewürze mit beim Brauen zu verwenden. Zu viel sollte man sich allerdings nicht mit dem Zwerg unterhalten, denn das La Chouffe hat nämlich eine anständige Volumen Anzahl und die macht sich bei zu starkem Konsum durchaus bemerkbar.

Für mich ist das La Chouffe ganz klar eines meiner favorisierten Biere aus Belgien!