Er Boquerōn

Heute verlassen wir mal den Norden Europas mit dem dazugehörigen Schietwedder und wandern in Richtung Süden – genauer gesagt nach Spanien. Hier gibt es nämlich etwas, dass meine Aufmerksamkeit geweckt hat: Ein Bier, das Salzwasser enthält bzw. mit jenem gebraut wird.

Da kommt irgendwie gleich die irrsinnige Phantasie auf, dass das Bier vielleicht salzig schmeckt und wenn dem so sein sollte, wie salzig kann Bier schmecken damit es noch genießbar ist? Das Phänomen des trockenen Mundes nach dem Trinken habe ich ja schon einige Male beschrieben wie z.B. beim Pazifikus Pale und beim Zatte der Brouwerij ‚t ij, aber wie sich das mit „salzig“ verhält?

Das Bier heißt jedenfalls „Er Boquerōn“ und es sieht folgendermaßen aus:

Er Boquerōn geht farblich so in Richtung von 14 EBC und ist recht trübe, was wahrscheinlich an der Flaschengärung liegt, jedenfalls sieht es am Boden der Flasche danach aus.

Wenn du das Er Boquerōn in dein Glas schüttest, musst du dabei mal vorsichtig lauschen – ja richtig, du sollst lauschen. Es knistert – fast ein wenig, wie das Rauschen des Meeres. Ist es der Brauerei am Ende vielleicht doch durch einen magischen Prozess gelungen das Meerwasser in ein gutes Bier zu verwandeln?

Kommen wir nun zum wichtigsten Teil des Ganzen – dem Geschmack. Ich bin schon so sehr gespannt, ob das Bier auch tatsächlich nach Meerwasser, sprich salzig, schmeckt. Viele von uns haben bestimmt schon mal einen tiefen Schluck Meerwasser genießen*hust* können und diese Erinnerung macht mich doch recht skeptisch…

 

Nach ein paar Schlucken muss ich sagen, ich bin ganz froh, dass das Er Boquerōn nicht so wie ein Mund-voll-Meerwasser schmeckt. Es ist kein bitteres Bier, aber es hat ein eher cremiges Mundgefühl. Außerdem hat es eine leichte Fruchtnote und es ist schön karbonisiert. Vom Salzwasser schmecke ich allerdings gar nichts – ob das nun gut oder schlecht ist, weiß ich auch am Ende der Flasche noch nicht so richtig.

Ich finde die Idee jedenfalls sehr gut und ich kann mir die Kombination von Saisonhefe und dem salzigen Geschmack doch ganz gut vorstellen – also jedenfalls so gut, dass ich es einmal auf der heimischen Brauanlage testen werde. Stellt sich am Ende nur die Frage, wie viel Salzgeschmack ist für so ein Bier noch gut und ab wann kommt eher das Gefühl von „ich trinken gerade köstliches Meerwasser“ auf. Da gibt das wohl nur eine Lösung um das herauszufinden – ausprobieren.

Schlussendlich kann ich sagen, dass das Er Boquerion ein leckeres Bier ist, das sich gut trinken und genießen lässt – nur bitte habe nicht die Idee, dass das Bier salzig schmecken wird – meins tat es jedenfalls nicht.

Brouwerij ´t ij – Natte

So da sind wir auch schon im November oder wie eine Radiostation in Norddeutschland zu sagen pflegt – Yesvember. Das Wetter wird ja meistens kälter und es regnet auch mal ein bisschen mehr – ideale Jahreszeit für deftiges Essen und schwerere Biere. Schwerer Biere sind beispielsweise Bockbiere, Dubbel, usw.

Deswegen habe ich mir gedacht, das Natte von der BROUWERIJ ´T IJ ist genau das richtige für dieses Wetter – es ist nämlich ein Dubbel.

Die Farbe des Natte ist mit Dunkelbraun (ca. 45 EBC) ganz typisch für ein Dubbel. Der aufmerksame Leser kann sich bestimmt schon denken, was ich beim Geruch des Bieres schreiben werde. Das Natte riecht leicht süßlich nach Malz und hat auch Röstnoten zu bieten. Außerdem riecht es ein bisschen nach Schokolade. Ich muss hierbei an Schokolade mit Rosinen denken, vielleicht spielt mir meine Erinnerung hier auch einfach einen Streich, aber ich meine, dass ich so eine Schokolade früher einmal gegessen habe.

Geschmacklich ist das Dubbel doch eine kleine Überraschung. Normalerweise sind diese Biere sehr mächtig, aber das Natte von der BROUWERIJ `T IJ ist hier das Gegenteil. Es ist ein eher leichtes Dubbel mit einem feinen Geschmacksprofil. Es hat eine leichte Süße und schmeckt ein wenig malzig. Was ich ganz „lustig“ finde, wenn du das Bier längere Zeit im Mund behälst, dann verändert sich das Mundgefühl. Anfangs schmeckt es ganz „normal“ und prickelt an der Zunge, aber es wird dann auf einmal ganz cremig. Kann man ausprobieren, muss man aber auch nicht – würde ich jetzt nicht auf eine Bucketlist schreiben.

Einen kleinen Ausblick möchte ich an dieser Stelle noch geben: Ich habe mir gedacht, dass ich bei 500 Followern auf Instagram das Westvleteren 12 mal vorstellen werde – ich habe die Hoffnung, dass das diesen Monat passieren wird.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende!

Het Anker – Gouden Carolus – Tripel

Na, wer ist denn abergläubisch? Meiner Meinung nach ist der heutige Tag, Freitag der 13. so der typische Tag für den Aberglauben. Damit hier bei dem Blogartikel schon mal nichts schief geht bin ich heute auch extra ein bisschen früher aufgestanden, um die letzten Kleinigkeiten einzustellen.

Heute haben wir das letzte Bier der „Het Anker“ Serie – das Tripel. Die Farbe des Bieres ist ein schönes einladendes sonnengelb. Passt ja auch irgendwie sehr gut zum Herbst mit den vielen schönen bunten Farben – auch wenn hier bei mir in Den Haag eigentlich der Großteil der Bäume noch grün ist… 

Ich befürchte mein Bier hatte einen schlechten Tag und hatte furchtbar schlechte Laune. Selbst beim vorsichtigen Einschenken schäumte es über vor Erregung. Das kleine Wortspiel konnte ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen, was natürlich völliger Quatsch ist.

Beim Riechen fällt einem der typische Geruch von belgischer Bierhefe auf, aber auch eine leichte Süße. Es finden sich auch Noten von vergorenen Früchten, was keinesfalls negativ ist.

Geschmacklich ist das Tripel von Het Anker sehr vollmundig und es ist außerdem gut karbonisiert. Das Bier schmeckt auch nach einer angenehmen Süße und im Abgang sind ebenfalls Malznoten zu finden.

Bei mir war das Bier der Abschluss eines längeren Abends, in dem noch weitere Tripel-Biere vorkamen. Ich muss sagen, dass das Tripel von der Brauerei Het Anker den Abend schön hat ausklingen lassen. Mit seinen 9% hat es mir dann auch noch die entsprechende Bettschwere verpasst.

 

In diesem Sinne einen schönen Freitag – Prost!

 

Die neuen Bierwelten

In der ersten Woche habe ich zwar Bier im Supermarkt entdeckt, aber leider schmeckte das Bier nach nicht viel mehr als stillem Wasser. In Portugal gibt das die Marke „Super Bock“. Ich habe nun zwei Flaschen aus der Serie selecção 1927 cerveja, einmal „Bavaria Weiß“ und dann noch „Czech Golden Lager“.

Heute war hier Reisetag und deswegen kam ich noch nicht dazu das Bier zu probieren, aber ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen dazu kommen werde.

Rückblickend hielten sich die neuen Entdeckungen innerhalb der Welt der Biere im September ja eher verborgen – leider der Erkältung geschuldet. Ich bin aber guter Hoffnung, dass sich diese Woche noch das ein oder andere entdecken lässt, ansonsten muss ich auf den kommenden Herbst setzen.

Vielleicht sind die Azoren auch einfach nicht das Bierparadies, aber zum Wandern ist die Landschaft ein reiner Traum!

In diesem Sinne, Prost und schönes Wochenende!

Scheldebrouwerij – Lamme Goedzak

Hier in Den Haag gibt das ganz viele kleine Geschäfte, eins davon beherbergt auch einen kleinen Getränkemarkt. Hier kann man sehr guten Wein kaufen, aber eben auch Bier. Warum erzähle ich das nun? In diesem Geschäft habe ich die Biere der Scheldebrouwerij gefunden. Was, du kennst nicht die Scheldebrouwerij? Das habe ich mir schon gedacht und deswegen gibt das diese Woche zwei Biere von dieser Brauerei. Die Biere dieser Brauerei sind leider sehr schwer zu finden und deswegen habe ich mich auch gefreut wie ein Schneekönig. Heute starten wir mit dem Lamme Goedzak – ein Blond.

Auf den Etiketten dieser Brauerei findest du immer ein paar Riesen, die meistens betrunken sind oder aber einen ihrer Freunde nach Hause tragen – ich finde das großartig.

Das Lamme Goedzak ist mit seiner bernsteinernen Farbe relativ dunkel für ein Blond. Geruchlich ist es leicht fruchtig, aber auch frisch.

Geschmacklich ist das Lamme Goedzak gut karbonisiert und angenehm vollmundig. Normalerweise sind Blond Biere ja eher etwas leichter und weniger schwer. Das Blond der Scheldebrouwerij ist eher ein Schwergewicht unter den Blond Bieren, was ich aber nicht weiter schlimm finde. Das Lamme Goedzak hat einen gut ausgeprägten Malzkörper, was die Bitterheit sehr aus dem Bier verdrängt.

Alles in Allem kann ich sagen, dass das Bier sehr lecker ist. Vielleicht ist meine Meinung auch ein von der Tatsache beeinflusst, das die Scheldebrouwerij mit zu meinen Lieblingsbrauereien zählt. Ich kann mir vorstellen, dass das Lamme Goedzak wunderbar zu herbstlichen Gerichten (Kartoffel, Rotkohl, dunkle Sauce und dunkles Fleisch – z.B. Wild) passen könnte. Ich werde es jedenfalls mal testen sobald der Herbst anklopft.

 

Schöne Woche und bis Freitag – Prost!

Het Anker – Gouden Carolus – hopsinjoor

Der August neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu und die Tage werden auch wieder kürzer. Der Sommer eignet sich bekanntermaßen besonders gut für helle und leichte Biere – im Herbst hingegen können die Biere dann auch wieder etwas schwerer werden. Ja, ich habe da nicht so wirklich drauf geachtet, bei mir lief das eher so nach dem Prinzip: Bier – lecker.

Heute gibt das wieder einmal ein Bier von der Brauerei Het Anker – Gouden Carolus, das Hopsinjoor.

Das Hopsinjoor ist ein Blond mit 8% Alkohol und hat ebenfalls bei den World Beer Awards Gold geholt. Mir ist beim Einschenken des Bieres gleich die leuchtend goldgelbe Farbe aufgefallen. Geruchlich gibt das Blond gar nicht so viel her. Es riecht einfach herrlich frisch, leicht und nach belgischem Bier.

In der Nase mag das Bier vielleicht nicht sonderlich auffallen, aber geschmacklich dafür umso mehr. Kurz nach dem Trinken des Hopsinjoor gibt das eine leichte süße aus der Zunge. Dann kommt aber das, was das Bier so besonders macht – die Süße schlägt um in Bitterkeit. Das fühlt sich fast so an wie Geschmacksdomino. Erst rollt sich die Süße auf der Zunge aus und kurz danach fällt die Süße und die Bitterkeit folgt ihr auf dem Fuße.

Auch hier geht die Flasche leider wieder viel zu schnell leer, aber ich muss sagen, das Bier hat den Award zurecht gewonnen. Ein ganz tolles geschmackliches Erlebnis. Spätestens jetzt würde jeder verstehen, warum das Braukunst heißt.

De Leckere – 100 Jaar de Stijl

Letzten Freitag habe ich keinen Artikel geschrieben, weil wir übers Wochenende einen Kurzurlaub in Deutschland verbracht haben und ich unter der Woche leider keine Zeit hatte einen Artikel für den Blog zu schreiben.

Für diese Woche habe ich mir deswegen auch etwas Besonderes ausgesucht. Das Bier selbst ist vielleicht gar nicht sooo besonders, aber das, was hinter dem Bier als kleine Geschichte steht. Ich wohne derzeitig in Den Haag in den Niederlanden und dieses Jahr ist hier in der Stadt das Mondrian-Jahr. In der ganzen Stadt sind immer wieder einige Häuser und Schaufenster im Stil des Künstlers Mondrian dekoriert.

Das Bier De Leckere – 100 Jaar de Stijl hat sich davon wahrscheinlich inspirieren lassen und das Etikett des Bieres wurde im Sinne des Mondrian Stil gestaltet. Nun mag die Vermutung aufkommen, dass der Maler vor 100 Jahren vielleicht in Den Haag geboren wurde, aber nein – es ist der Stil der Bilder, der hier in Den Haag vor 100 Jahren „erfunden“ wurde. Ebenfalls folgte der niederländische Maler der Haager Schule und war Mitbegründer des Magazins De Stijl. Diese Gruppe von Künstlern versuchte die Architektur, Innenausstattung und Kunst im Generellen zu revolutionieren.

Für mich ist das jetzt schon ganz schön viel Kunstwissen gewesen und mehr weiß ich zu dem Thema auch nicht – darum schnell weiter zum Bier. Die Besonderheit des Etikettes habe ich ja schon beschrieben. Der Stil des Bieres ist ein belgisches Blond und die Farbe ist ein schöner Mix zwischen Gold und Orange ( 10 – 14 EBC).

Das Bier riecht leicht fruchtig, was vermutlich von der Hefe kommt. Es bildet sich beim Einschenken ebenfalls eine schöne Blume, die aber leider nicht sehr lange bleibt, aber das ist nur nebensächliches.

Nun aber genug gesäuselt hier, kommen wir zum Wesentlichen warum wir alle hier sind – der Geschmack. Ganz allgemein gesagt, ist ein belgisches Blond ein süffiges Bier, was nicht besonders bitter ist und da passt das De Leckere – 100 Jaar de Stijl wunderbar rein. Es ist ein leichtes Bier mit dezenten Fruchtnoten, einer zurückhaltenden Süße. Ebenfalls kann ich einen Hauch Banane in dem Bier schmecken. Das Bier sehr prickelnd, was im Sommer auch sehr erfrischend ist.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Bier ein kleines Kunstwerk für sich ist. Es fängt bei der Flaschenform an, die ist nämlich ein bisschen kleiner als die „Normale Flaschengröße“, geht über das sehr passende Etikett, bei dem man als Biertrinker auch noch einen kleinen Abstecher in die Welt der Kunst macht, und findet seinen runden Abschluss im sehr gelungenem Geschmack des De Leckere – 100 Jaar de Stijl – super Bier für den Sommer und kannst die Gäste mit umfangreichem Wissen über die Kunst verblüffen.

Brouwerij de Molen – Hop & Liefde

Schon wieder ist eine Woche rum, der Mai ist auch schon ins Land gezogen und ich wundere mich immer wieder, wie schnell die Zeit vergeht, leider. Um so mehr genieße ich dann immer mal die Momente, in denen ich in aller Ruhe ein Bier auf meinem Balkon verkosten kann.

Diese Woche habe ich mir gedacht, dass die Brouwerij de Molen ein geeigneter Kandidat für eine Verkostung wäre – genauer gesagt das Hop & Liefde (Hopfen & Liebe) ein American Pale Ale – ish. Ich fand den Namen des Bieres schon so gut, da wird das Bier bestimmt auch einfach gut sein.

Auf dem Etikett finden sich allerhand Informationen bezüglich des Bieres. Im Bier wurden zum Beispiel die folgenden Hopfensorten verwendet: Saaz (als Bitterhopfen) und Citra zum Hopfenstopfen. Das Hop&Liefde hat 57 Bittereinheiten und 11,4 ° Plato. Ich bin mal gespannt, wie bitter das Bier am Ende wirken wird.

Beim Einschenken kommt einem, wie bei einem IPA, gleich ein schöner fruchtiger und frischer Hopfengeruch entgegen. Die Farbe des Hop & Liefde liegt so zwischen Bernstein bzw. Amber und Kupfer.

Geruchlich kann das Bier schon mal eine ganze Menge. Es riecht herrlich nach Hopfen. Dazu gesellt sich der typische Geruch von einem IPA: Zitrusfrüchte und tropische Früchte. Ich bin schon sehr gespannt, ob das Bier nur lecker riecht oder ob das Bier lecker riecht und lecker schmeckt.

Der erste Schluck – ja, doch. Muss ich gleich nochmal einen zweiten Schluck nehmen. Ja, das ist gut, echt gut. Ein schönes rundes Bier. Der Malzkörper ist sehr schlank aber die Bitterkeit von 57 IBU hält sich angenehm zurück. Es schmeckt ebenfalls nach Zitrusfrüchten und tropischen Früchten, wie Mango und Maracuja.

Am Ende der Flasche angekommen, geht leider auch wie immer viel zu schnell, muss ich sagen, das Hop&Liefde von der Brouwerij de Molen ist ein sehr leckeres American Pale Ale – ish. Es ist sehr rund und man kann es gut am Abend auf dem Balkon trinken, aber ich denke auch zu einem schönen Essen würde es gut passen. Das Essen dürfte aber nicht zu deftig sein weil das Hop&Liefde sonst untergehen würde. Dafür ist es eben doch zu leicht, da es eben kein IPA ist. Wenn ihr die Möglichkeit habt das Bier mal zu trinken, kann ich es euch nur empfehlen.

Vale – IPA

Diese Woche ist es passiert, ich habe meine letzte Flasche aus meinen Kieler Beständen im Anbruch – ein IPA von Vale Brewing (Australien). Mal gucken, ob mir das Bier den Wochenabschluss versüßen wird. An dieser Stelle muss ich aber unbedingt anmerken, dass das Haltbarkeitsdatum der Bierflasche in diesem Monat abgelaufen ist. Von daher bin ich eher skeptisch, ob das Bier noch sein volles Geschmacksprofil hat. Dazu schreib ich aber am Ende nochmal was.

Das Design des Etiketts ist sehr schlicht gehalten. Das Logo auf der Flasche sieht mit ein wenig Vorstellungskraft fast wie eine Hopfendolde aus. Beim Öffnen der Flasche fehlt mir ein wenig das typische Zischen beim Entfernen des Kronkorkens, aber das ist ja auch eher ein subjektiver Eindruck.

Wenn das Vale IPA dann aus der Flasche in das Glas fließt, fällt mir sofort die dunkle Farbe des Bieres auf. Gleichzeitig fehlt ein wenig der typisch hopfige Geruch, der ein IPA eigentlich ausmacht. Basierend auf der Farbe und der fehlenden Hopfennote, kann ich mir vorstellen, dass das Bier eher malzig als hopfig wird.

Beim gezielten Riechen bestätigt sich der erste Eindruck – das Bier riecht weniger nach Zitrusfrüchten dafür mehr nach Datteln und eher süßlich beziehungsweise malzig.

Das Vale IPA ist sehr vollmundig und die Süße kommt geschmacklich voll zum Tragen. Das Bier hat einen recht kräftigen Malzkörper – muss man mögen.

An diesen Punkt mag der aufmerksame Leser sich vielleicht denken: „Ob ich das Bier selber einmal probieren soll – eher fraglich“ . Deswegen greife ich an dieser Stelle meine Bedenken vom Anfang nochmal auf – weil das Bier schon eine geraume Zeit auf dem Buckel hat, kann es durchaus sein, dass diese Flasche nicht unbedingt Rückschlüsse auf den tatsächlichen Geschmack schließen lässt. Hopfenaromen sind leider eher von flüchtiger Natur. Wenn ein Bier mit Hopfen gestopft wurde, verliert das Bier diese Aromen innerhalb weniger Monate nach der Abfüllung.

Ich denke, ich werde mir bei Zeiten nochmal eine Flasche vom Vale IPA kaufen und gucken, ob ich mich freudigerweise geirrt habe oder ob der erste Eindruck sich leider bestätigt, was ich mir nicht so recht vorstellen kann.

Flensburger Blonde

Vor zwei Wochen war ich für einen kleinen Abstecher in meiner Heimatstadt Kiel. Dabei ist mir im Getränkemarkt ein neues Bier von der Flensburger Brauerei ins Auge gestochen – irgendwie lande ich biertechnisch doch recht häufig bei dieser Brauerei. Wie dem auch sei, vier Flaschen gekauft und ab nach Hause.

Das Flensburger Blonde soll wohl ebenfalls in die Richtung der speziellen Biere gehen, denn das Bier ist mit einer belgischen Saisonhefe gebraut. Ende letzten Jahres hat die UNESCO die belgische Bierkultur zum Weltkulturerbe erklärt und da passt das Bier aus Flensburg gut dazu. Ich finde es auch mal eine angenehme Abwechslung. Viele Brauereien fokussieren sich doch eher auf die Pale Ales und die dazugehörigen Variationen.

Der typische „Plopp“ fällt jedenfalls schon deutlich lauter aus als beim Pils.
Beim Einschenken kommt mir gleich der angenehme Geruch der belgischen Hefe in die Nase – jeder der seine Nase schon mal in typische belgische Ales gesteckt hat, weiß wovon ich rede. Ich vermute, dass die Hefe noch ein wenig in der Flasche gearbeitet hat, denn das Bier fällt trübe aus und am Ende kann es passieren, dass noch ein wenig Hefe mit ins Glas rutscht, was dem Bier selbstverständlich keinen Abbruch tut.

Für meinen Geschmack ist das Bier recht neutral gehalten. Es ist weder besonders hopfig noch ist es besonders bitter. Die Hefe ist ein wesentlicher Teil des leckeren Geschmacks.

Nach dem letzten Schluck muss ich zugeben, dass mir dieses Bier sehr gut schmeckt. Es ist ein eher vollmundiges Bier mit ein bisschen mehr Alkohol als beim Pils. Im Vergleich zu anderen belgischen Bieren ist es aber eher der kleine Bruder aus dem Norden Deutschlands der einen Vorgeschmack liefert, was die belgischen Mönche so in den vergangen Jahrhunderten gebraut haben.