lille – Brauereieröffnung

Am vergangenen Wochenende war es endlich so weit, die Eröffnung der lille Brauerei stand an. Als gebürtiger Kieeler, ja wir sprechen das „ie“ ein bisschen länger als es eigentlich gehört, durfte ich mir das Ereignis natürlich nicht entgehen lassen.

Glücklicherweise fiel die Eröffnung genau in die Zeit meines Heimaturlaubes und von daher ging es am dritten Advent zur Brauerei.

Das Sudhaus

Das Bier von lille gibt es bereits seit einigen Jahren im Handel zu kaufen. Begonnen hat es mit dem lille Lager und danach kamen dann das Sunny B*tch, das Pale Ale und das Honk A Tonk. Mittlerweile gibt es von lille die folgenden Biere, die du auch im Schankraum der Brauerei findest:

  • Lager
  • Pale Ale
  • Helles
  • Pils

Vom Design her erinnert der Schankraum sehr an das skandinavische Design, was mir sehr gut gefällt, weil es schön aufgeräumt wirkt. Vom Schankraum aus hat man einen direkten Blick in die Halle, in der das Sudhaus, die Gärtanks und die Abfüllanlage stehen – du kannst also genau sehen, wo dein Bier herkommt.

Der Schankraum
Die Gärtanks

Das Pale Ale und das Lager habe ich bereits auf dem Blog beschrieben, aber ich möchte im Folgenden doch nochmal eine kurze Zusammenfassung zu den anderen beiden Bieren schreiben.

Das Helle hat einen relativ schlanken Körper und ist auch nicht besonders hopfig. Es hat ganz leichte Fruchtnoten beim Trinken, aber die Kombination ist echt super. Es ist ein schönes Bier, das man wunderbar am Abend trinken kann um den Tag ausklingen zu lassen. Man kann aber auch zwei, drei oder vier davon in einer geselligen Runde mit Freunden trinken.

Das Helle

Das Pils hat ebenfalls einen schlanken Körper, es ist aber ein bisschen bitterer. Auch dieses Bier schmeckt mir sehr gut und man kann es gut trinken.

Das Pils

Neben den eigenen Sorten kann man auch noch andere Biere von verschiedenen Brauereien trinken. Insgesamt gibt es zwölf Zapfhähne, die einen zum Probieren einladen.

Ich hoffe ihr habt einen kleinen Einblick erhalten und habt ein bisschen Lust bekommen die Brauerei zu besuchen, was ich sehr empfehlen kann.

Ich wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest und ich freue mich schon sehr auf die besinnliche Zeit des Jahres.

Cheers

Brouwerij de Prael in Den Haag

Gestern war ja Himmelfahrt und damit hatten wir hier in den Niederlanden auch mal einen freien Tag und was macht man an einem freien Tag wenn das Wetter mitspielt? Richtig, ein bisschen in der Nachbarschaft umher gehen und gucken, ob es etwas Neues gibt. Gerade hier in Den Haag, aber ich denke auch in dem Rest des Landes, kommen immer mal wieder neue kleine Cafés und Bars, die einen zum Verweilen einladen. In der Überschrift steht es ja schon, die Brouwerij de Prael hat bei uns in der Nähe eine Bar neu aufgemacht und die musste ausprobiert werden.

Sollte es auch mal nach Den Haag verschlagen werdet ihr vermutlich nicht unbedingt in diesem Viertel landen. Das Energiekwartier ist zwar ein Viertel, in dem gerade eine Menge passiert und das angeblich im Kommen liegt, aber es liegt etwas vom Zentrum und vom Strand entfernt. Sprich, du musst schon wissen, dass es dort eine Bar mit gutem Bier gibt und gezielt dahinfahren.

Die Bar ist recht groß und geräumig. Was gleich auffällt ist die Arbeitsecke auf der linken Seite wenn man reinkommt. In den Niederlanden arbeiten viele Menschen in einem Café bzw. in einer Bar und von daher finde ich die Idee von einer solchen Ecke sehr cool.

In der ganzen Bar sind überall kleine Akzente gesetzt, die den großen Raum sehr einladend machen und zum Verweilen einladen. Sehr trickreich ist auch das Regal in Form von der Weltkarte mit der dazugehörigen Auswahl an lokalen Bieren. Ob diese nun repräsentativ ist, sei einfach mal dahingestellt.

Die Bierkarte bietet auch eine schöne große Auswahl, aber leider hatten wir weniger Glück und einige Sorten waren ausverkauft – z.B. das Bitter Blond, New England Style IPA und das Code Blond. Trotz dessen sind wir fündig geworden und haben das Haegsche Prael, das Pale Ale und das Bitter Aleprobiert.

Die Bierkarte

Das Haegsche Prael war nicht so mein Fall, der Geschmack war irgendwie etwas sehr eigen und schwer zu definieren. Das Pale Ale war sehr lecker, es hatte eine leicht fruchtige Note und im Abgang eine angenehme Bitterkeit. Das Bitter Ale war ebenfalls lecker – leicht süßlich und im Abgang ebenfalls schön bitter.

Das Haagsche Prael

Vorne: das Bitter Ale & Hinten: das Pale Ale

Sehr gut geschmeckt haben auch die Borrelhapjes – also Bitterballen und Kaaststengel. Ob nun der süße- oder der scharfe Senf besser zu Bitterballen passt, das muss jeder selbst entscheiden. Der Chefkoch arbeitet jedenfalls mit lokalen Produzenten zusammen, die sich der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlen.

Der Ausflug hat sich definitiv gelohnt und es wird mich bestimmt noch ein weiteres Mal dorthin ziehen – alleine schon um die ausverkauften Sorten nochmal zu testen.

In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende!

Sint Joris en de Draeck

Sint Joris en de Draeck ist ebenfalls eine Kneipe hier bei mir auf der Ecke, wo es abends gerne mal hingeht. Die Kneipe sieht von außen recht urig aus – eben wie man sich eine typische Kneipe vorstellt.

Im inneren ist Sint Joris en de Draeck quasi zweigeteilt. Im vorderen Teil gibt es den klassischen Barbereich – also mit Theke, Zapfhähnen und ganz vielen Sitzgelegenheiten um große Fässer herum. Wenn sich der neugierige Besucher aber ein wenig weiter in das Innere vorwagt, entdeckt er im hinteren Teil der Bar den Zugang zum dazugehörigen Restaurant, was je nach Jahreszeit geschmückt und dekoriert wird.

Die Essenskarte des Restaurants ist recht überschaubar, aber es gibt dennoch genügend Auswahl sodass jeder etwas finden kann. Ich kann an dieser Stelle ganz besonders den Burger empfehlen, den es in zwei Ausführungen gibt:

  1. Limousin Rind
  2. Waguy Rind

Die Portion mit dem Limousin Rind ist ein bisschen mehr als die Waguy Variante, aber ich finde geschmacklich sind die beiden absolut super. Was mir besonders gut an dem Burger gefällt, ist dass er nicht mit so super viel Schnickschnack kommt. Man könnte ihn fast als minimalistischen Burger bezeichnen – jedenfalls was das Topping angeht. Geschmacklich ist er aber große Klasse. Dazu gibt es dann Pommes und einen kleinen frischen Salat.

Aber eigentlich geht man ja in eine Bar um etwas zu trinken bzw. um ein bisschen zu borreln (ja das Verb ist dem Nomen sehr ähnlich – was ein Borrel ist und warum der so großartig ist habe ich schon mal im gleichnamigen Artikel beschrieben).

Sint Joris en de Draeck hat, für eine holländische Kneipe eine normale Auswahl an Bieren – im Vergleich zu vielen deutschen Bars ist es aber immer noch eine riesige Auswahl. Es gibt hier auch einen meiner absoluten Favoriten was belgische Biere angeht – La Chouffe vom Fass. Wenn du mal ein La Chouffe aus der Flasche getrunken hast, dann freu dich auf die Fassversion – die schmeckt gleich nochmal so gut.

Noch haben wir ja Februar, aber sobald die Tage wieder länger werden und der Frühling anfängt sich zu präsentieren, gibt es die Möglichkeit unter einem großen Kastanienbaum draußen zu sitzen. Hier sei einmal angemerkt, dass der Holländer das ganz Jahr die Möglichkeit anbietet draußen zu sitzen und verrückterweise wird das auch gut angenommen. Im Sommer gibt es allerdings deutlich mehr Sitzplätze.

Als Fazit kann ich sagen, dass Sint Joris en de Draeck eine schöne Kneipe in meiner Nachbarschaft ist, wo ich gerne Burger essen gehe und in der Sommersonne gerne das ein oder andere Bier genieße – wenn du mal auf der Ecke bist musst du mal vorbei gucken.

Der Borrel

Was ist eigentlich dieser Borrel und wieso finden den hier alle so großartig? Beim Borrel sitzt man mit seinen Freunden oder Arbeitskollegen in einer Bar bei einem Drink zusammen. Der Drink kann vom normalen Pils über das belgische Tripel bis hin zum Tee alles sein. Beim ausgehen verspürt man früher oder später einen kleinen Hunger und dann bestellt man sich in den Niederlanden die sogenannten Borrelhapjes dazu. Das sind in der Regel Kaasstengel und Bitterballen. Kaasstengel sind in Bierteig eingerollte Käsestängel und dazu erhält man dann noch ein kleines Schälchen mit einer süß- sauren Sauce. Bitterballen sind kleine panierte Kugeln, die im Inneren ein Ragout aus Rinder- bzw. Kalbsfleisch haben und frittiert werden. Zu den Bitterballen wird auch noch eine kleine Schale mit Senf gereicht.

Am bekanntesten ist wohl der Frimobol (=Freitag Mittag Borrel). Alternativ geht das aber auch am Freitag Nachmittag, direkt nach dem Feierabend oder an jedem anderen Tag.

Foots – Etcafé in Den Haag

Was wäre naheliegender als mit einer Bar anzufangen, die ich jeden Tag sehe – das Foots aus Den Haag. Es ist eine kleine Bar in meiner Nachbarschaft, die neben einem schönen Lokal und jeder Menge Bier auch einmal die Woche Live-Musik (Jazz) anbietet.

 

Von außen sieht das Foots eher unscheinbar aus, aber das Innere ist sehr gemütlich eingerichtet und man hat auch genug Platz zur Verfügung um einen geselligen Abend zu verbringen.

Es gibt ein paar Biere, wie zum Beispiel Guinness und Heineken, frisch vom Fass, aber es gibt auch eine große Auswahl an Spezialbieren aus der Flasche – ja hier in Holland laufen die „Craft Biere“ unter dem Begriff Spezialbiere. Darunter sind zum Beispiel Biere von der Brauerei Lagunitas aus den USA oder aber auch Bier von verschiedenen Brauereien aus den Niederlanden und Belgien.

Neben der Live-Musik am Mittwoch Abend und der reichhaltigen Bierauswahl gibt es aber auch eine schöne Menükarte zum Essen. Der Fokus hier liegt mehr auf dem typischen Baressen. Es gibt aber dennoch einen entscheidenden Unterschied beim Essen, denn das Fleisch kommt vom Bio-Schlachter direkt nebenan. Auf der Karte finden sich Klassiker wie der Burger mit Pommes, Eintöpfe, aber auch das dicke Steak gehört dazu.

Ebenfalls kann man hier aber auch einen schönen Borrel haben mit dem dazugehörigen Borrelhapjes. Was das im Speziellen ist, habe ich mal in einem separaten Artikel aufgeführt. Ich denke mir, dass ist doch eine zu besondere Eigenheit, die durchaus ihren eigenen Text verdient.